













Was kostet das Leben in Bulgarien wirklich? Mit echten Kassenzetteln und persönlichen Erfahrungen vom Sunny Beach
Wenn man im Internet nach den Lebenshaltungskosten in Bulgarien sucht, bekommt man oft zwei völlig unterschiedliche Bilder. Die einen behaupten, hier koste alles nur die Hälfte wie in Deutschland. Die anderen sagen, Bulgarien sei inzwischen genauso teuer geworden.
Nach meinen ersten Monaten am Sunny Beach würde ich sagen:
Die Wahrheit liegt für mich irgendwo dazwischen. Bulgarien ist weder das Billigparadies, das manche YouTube-Videos versprechen, noch ist alles so teuer geworden, wie manche behaupten. Nach ein paar Monaten habe ich gelernt, dass man hier zuerst etwas Lehrgeld bezahlt. Man kennt die günstigen Läden noch nicht, kauft oft die falschen Produkte und verhält sich ein bisschen wie im Urlaub. Mit der Zeit wird man aber deutlich besser darin, Geld zu sparen.
In diesem Artikel zeige ich unsere tatsächlichen Ausgaben – mit echten Zahlen, Kassenzetteln und persönlichen Erfahrungen.
Wohnen und Nebenkosten
Bevor wir über Zahlen sprechen, möchte ich einen wichtigen Punkt erwähnen:
Wir besitzen bereits eine eigene Wohnung am Sunny Beach und zahlen deshalb keine Miete, dadurch fallen unsere monatlichen Kosten natürlich niedriger aus als bei vielen anderen Auswanderern. Wer eine Wohnung mieten möchte, sollte die Mietkosten zusätzlich einplanen. Mehr dazu findest du unter Immobilien in Bulgarien. Unsere Kosten sind nicht für jeden übertragbar.
Trotzdem geben unsere Ausgaben einen guten Eindruck davon, was das tägliche Leben in Bulgarien kosten kann.
Für unsere 44 m² große Wohnung zahlen wir ein jährliches Hausgeld von 540 Euro.
Wir heizen im Winter mit der Klimaanlage, daher benötigen wir weder Gas noch Heizöl. Die Kosten variiieren jedoch stark von Monat zu Monat je nachdem, ob wir die Klima benutzen oder nicht.
Zum Vergleich liegt der Strompreis in Bulgarien aktuell häufig bei etwa 0,14 bis 0,17 Euro pro kWh. In Deutschland zahlen viele Haushalte ungefähr das Doppelte.
Unsere Rechnung bekommen wir monatlich per WhatsApp von der Verwaltung der Wohnanlage.
Unsere echten Nebenkosten für ein Jahr:
Internet und Mobilfunk
Aktuell nutzen wir keine klassische Internetleitung.
Stattdessen kaufen wir bei A1 regelmäßig eine Datenkarte.
Für etwa 13 Euro erhält man:
10 Tage unbegrenztes Internet
anschließend 20 Tage mit 30 GB Datenvolumen
Je nach Nutzung kaufen wir diese Karte ein- bis zweimal pro Monat.
Für unseren Alltag funktioniert das bisher erstaunlich gut.
Lebensmittel – günstiger, aber nicht so stark wie viele denken
Der größte Irrtum vieler Menschen ist meiner Meinung nach die Vorstellung, dass Lebensmittel in Bulgarien automatisch viel günstiger sind.
Das kann ich so nicht bestätigen.
Wir geben zu zweit ungefähr 100 Euro pro Woche für Lebensmittel und Hygieneartikel aus.
Dabei kochen wir fast immer selbst und achten bewusst auf Angebote und unsere Ausgaben.
Ich mache beispielsweise meinen Pizzateig selbst und wir vergleichen regelmäßig Preise über die Lidl-App.
Für kleinere Einkäufe gehen wir außerdem häufig zu T Market und nutzen dort die Kundenkarte.
Hier mein letzter Wocheneinkauf aus dem Lidl. Das habe ich für ca. 63 Euro bekommen.
Hygieneartikel sind oft teurer
Eine der ersten Überraschungen für mich waren Hygieneartikel.
Während viele Menschen davon ausgehen, dass in Bulgarien grundsätzlich alles günstiger ist, habe ich bei Produkten wie Shampoo, Zahnpasta, Deodorant oder Duschgel teilweise höhere Preise als früher in Deutschland.
Hier lohnt sich Preisvergleich besonders.
Die Qualität der Lebensmittel
Ein Punkt, den ich positiv hervorheben möchte:
Viele Lebensmittel schmecken für mich besser.
Vor allem Obst, Gemüse und einige Milchprodukte empfinde ich geschmacklich oft als hochwertiger als vieles, was wir zuletzt in Deutschland gekauft haben.
Natürlich ist das Geschmackssache, aber für uns ist das ein echter Pluspunkt.
Restaurantbesuche
Wir gehen heute häufiger essen als früher in Deutschland.
Einfach weil es besser in unseren Alltag passt.
Typische Preise am Sunny Beach:
Pizza mit Meerblick: etwa 13 Euro
Kaffee: zwischen 1,20 und 2,50 Euro
Bier: oft um die 2 Euro
Für ein normales Essen mit Getränken zu zweit geben wir meist 25 bis 40 Euro aus.
Direkt in den touristischen Bereichen sollte man eher mit 40 bis 60 Euro rechnen.
Mobilität
Anfangs dachte ich, wir würden früher oder später wieder ein Auto brauchen. Tatsächlich erledigen wir momentan fast alles mit dem E-Scooter und dem Bus. Dadurch sparen wir deutlich mehr Geld als erwartet.
Busfahrten innerhalb von Sunny Beach und Nessebar kosten aktuell nur 1 Euro, für längere Strecken zahlen wir zur Zeit 4,50 Euro nach Burgas (ca.30 km) und 9,50 Euro nach Varna (ca.90 km).
Gerade während der Saison sind die Busse allerdings oft sehr voll.
Da wir aktuell kein Auto besitzen, spielen Kraftstoffkosten für uns persönlich keine große Rolle.
Wer jedoch mit dem Auto nach Bulgarien auswandert, sollte die Spritpreise in seine Kalkulation einbeziehen.
An einer Shell-Tankstelle am Sunny Beach habe ich im Juni 2026 für Benzin 95 einen Preis von 1,59 € pro Liter und für Diesel 1,66 € pro Liter gesehen. Zum gleichen Zeitpunkt lag der bundesweite Durchschnitt in Deutschland bei rund 1,88 € für Super E10 und 1,83 € für Diesel. Shell gehört allerdings eher zu den teureren Tankstellen. Je nach Anbieter können die Preise etwas niedriger ausfallen.
Gesundheit und Versicherungen
Auch medizinische Leistungen können günstiger sein.
Für das Ziehen eines Zahns inklusive Röntgen wurden rund 60 Euro berechnet.
Die Medikamente kosteten zusätzlich etwa 20 Euro.
Aktuell haben wir noch eine private Krankenversicherung.
Unsere monatlichen Kosten liegen bei:
75 Euro für mich
50 Euro für meinen Partner
Später möchten wir in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln, die deutlich günstiger ist.
Drei Dinge, die mich am meisten überrascht haben
1. Lebensmittel sind nicht automatisch viel billiger
Vor der Auswanderung dachte ich, dass der Unterschied größer sein würde.
Heute würde ich sagen: Manche Produkte sind günstiger, andere kaum und einige sogar teurer.
2. Die größten Einsparungen entstehen nicht im Supermarkt
Die wirklichen Unterschiede liegen bei den Wohnkosten, Nebenkosten, Dienstleistungen und Restaurantbesuchen.
Dort sparen wir deutlich mehr als beim Wocheneinkauf.
3. Man zahlt am Anfang Lehrgeld
Wenn man neu in Bulgarien ist, kennt man die günstigen Geschäfte noch nicht.
Man weiß nicht, welche Produkte ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben und kauft oft dort ein, wo auch die Touristen einkaufen.
Wir lernen selbst immer noch dazu.
Wie viel Geld braucht man am Sunny Beach?
Natürlich hat jeder andere Ansprüche.
Meine persönliche Einschätzung:
Überleben mit Miete als Paar: mindestens 1.000 Euro pro Monat
Angenehm leben als Paar: etwa 1.500 Euro pro Monat
Nach oben gibt es wie überall keine Grenze
Wenn mich heute jemand fragt, ob Bulgarien wirklich so billig ist, antworte ich: Es kommt darauf an. Wer erwartet, dass jeder Einkauf plötzlich nur noch die Hälfte kostet, wird vermutlich enttäuscht sein. Wer aber keine hohe Miete zahlt und bereit ist, sich mit Angeboten, lokalen Produkten und den günstigeren Alternativen vor Ort zu beschäftigen, kann hier trotzdem deutlich entspannter leben.
Und genau diese Mischung macht für uns den Unterschied.




Galarie
Einblicke in das Leben am Schwarzen Meer








Meer & Mehr Sein
Contact
Newsletter
office.hhm.grebenstein@gmail.com
© 2024. All rights reserved.