6 Dinge, die mich nach meiner Auswanderung nach Bulgarien wirklich überrascht haben

Erfahre welche Dinge mich wirklich überrascht haben

6/21/20263 min read

Als wir mit unseren zwei Katzen und unserem gesamten Leben nach Bulgarien aufgebrochen sind, dachte ich ehrlich gesagt, dass ich ungefähr weiß, was mich erwartet.

Schließlich hatten wir die Auswanderung fast drei Jahre geplant. Ich hatte unzählige Videos geschaut, Artikel gelesen und mich in Facebook-Gruppen informiert.

Trotzdem lag ich bei einigen Dingen komplett daneben.

Manche Überraschungen waren positiv, andere haben mich anfangs ziemlich genervt. Nach einiger Zeit am Sunny Beach sehe ich vieles aber deutlich entspannter.

Hier sind die Dinge, die mich wirklich überrascht haben.

1. Viele negative Geschichten über Bulgarien sind übertrieben

Noch bevor wir überhaupt ausgewandert waren, wurden wir ständig mit negativen Geschichten konfrontiert.

Mal war Bulgarien angeblich gefährlich, mal korrupt, mal sollte alles kaputt sein und nichts funktionieren.

Interessanterweise kamen diese Aussagen oft von Menschen, die selbst nie hier gelebt hatten.

Natürlich ist nicht alles perfekt. Es gibt Probleme wie in jedem anderen Land auch.

Meine Erfahrung vor Ort war jedoch deutlich positiver als vieles, was ich vorher gelesen hatte.

Heute habe ich manchmal das Gefühl, dass die lautesten Kritiker oft die wenigste eigene Erfahrung mit dem Land haben.

2. Die Menschen sind viel herzlicher als ihr Ruf

Vor meiner Auswanderung habe ich oft gelesen, Bulgaren seien unfreundlich oder verschlossen.

Meine Erfahrungen waren bisher ganz anders.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Mitarbeiterin unserer Versicherung. Als Auswanderer versteht man am Anfang viele Dinge nicht und ist auf Hilfe angewiesen. Statt uns einfach irgendeine teure Versicherung zu verkaufen, hat sie sich Zeit genommen, unsere Situation zu verstehen und uns ehrlich zu beraten.

Auch unsere Auswanderungshelferin hat uns von Anfang an unterstützt und uns zu einem Treffen für deutsche Auswanderer eingeladen.

Es klappt auch mit den Nachbarn, welche uns letztens erst zum Grillen eingeladen haben. Verstanden haben wir jedoch nur die Hälfte trotz Google-Übersetzer.

Deshalb musste ich über viele Kommentare im Internet schmunzeln. Oft wirken Menschen hier auf den ersten Blick etwas zurückhaltender. Wenn man sie aber kennenlernt, erlebt man häufig eine sehr herzliche und hilfsbereite Seite.

3. Die Bürokratie war schwieriger als gedacht

Die ersten Wochen waren deutlich anstrengender, als ich erwartet hatte.

Neue Formulare, neue Abläufe und dazu die Sprachbarriere.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Termin bei einer Behörde in Nessebar. Wir standen vor dem Schalter und hatten das Gefühl, dass kaum mit uns gesprochen wurde. Niemand erklärte uns etwas und wir bekamen nur komische Blicke.

Wahrscheinlich war das für die Mitarbeiter völlig normal. Für uns als Neuankömmlinge war es jedoch ziemlich verwirrend.

In solchen Momenten merkt man schnell, wie schwierig einfache Dinge werden können, wenn man die Sprache noch nicht gut beherrscht.

Wenn ich heute noch einmal auswandern würde, würde ich mir von Anfang an Unterstützung bei wichtigen Behördengängen organisieren.

4. Der Verkehr ist deutlich chaotischer

Das war wahrscheinlich meine größte negative Überraschung.

Nach der ersten Busfahrt dachte ich kurz, der Fahrer hätte es eilig, den Bus vor Feierabend noch einmal komplett zu verschleißen.

Jeder fährt, wie er möchte.

Spurwechsel, Vorfahrtsregeln und Abstände werden oft etwas entspannter ausgelegt als in Deutschland.

Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und nehme vieles lockerer wahr.

Trotzdem bin ich froh, dass wir aktuell alle Strecken mit dem E-Scooter oder dem Bus zurücklegen.

5. Das Wetter war anders als erwartet

Wenn man an Bulgarien denkt, denkt man automatisch an Sonne. Deshalb war ich überrascht, wie viel Regen wir erlebt haben.

Natürlich gibt es hier wunderschöne Sommer mit viel Sonne. Trotzdem hatte ich nicht erwartet, dass das Frühjahr so wechselhaft ist und der Winter sich trist anfühlen kann.

6. Irgendwann wird aus dem Abenteuer einfach Alltag

Viele fragen mich, wann ich gemerkt habe, dass ich jetzt wirklich in Bulgarien lebe.

Die ehrliche Antwort lautet:

Es gab keinen besonderen Moment.

Es passierte langsam.

Man geht einkaufen, fährt zum Tierarzt, erledigt Behördengänge, sitzt am Strand oder trinkt morgens seinen Kaffee auf dem Balkon.

Irgendwann merkt man, dass sich alles ganz normal anfühlt, aber genau dann wird aus dem Ausland ein Zuhause.

Würde ich es wieder tun?

Ja, nicht weil alles perfekt ist.

Sondern weil die positiven Dinge für mich deutlich überwiegen.

Ich liebe die Stimmung am Meer, die entspanntere Lebensweise und die Freiheit, mein Leben etwas einfacher zu gestalten.

Wenn du offen für Veränderungen bist und akzeptieren kannst, dass manches anders läuft als in Deutschland, dann kann Bulgarien ein wunderbares neues Zuhause sein.

Für mich war es jedenfalls die richtige Entscheidung.